Langzeitkorrosionsschutzversuch im Simplontunnel
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Duplexsystem (Zink + Farbe) bietet nachhaltigen Korrosionsschutz bei starker BelastungEntwicklung des KorrosionsschutzesAlle unsere Gebrauchsgegenstände, deren Grundmaterial in der Natur nicht gediegen vorkommt, neigen zur Korrosion und gehen in die chemisch stabile Lage zurück. Dieser Vorgang ist seit altersher bekannt und es wird mit verschiedenen Massnahmen mit mehr oder weniger Erfolg dagegen angekämpft. Korrosion zerstört nicht nur Werte, sondern beeinträchtigt auch unser tägliches Leben: Unfälle, Wertezerfall, Störungen des öffentlichen Verkehrs etc. Seit dem Altertum werden Verfahren gesucht und Massnahmen angewendet, um diesen Vorgang zu stoppen und/oder zumindest zu verzögern. Mangels Alternativen war man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln – diese waren fast ausschliesslich Beschichtungen - zufrieden. Mitte des 18. Jahrhunderts änderte sich dies, als 1742 der Franzose Malouin einen Vorgang entdeckte, Eisenwerkstoffe mit einer metallischen Zinkschicht zu überziehen und so gegen Korrosion zu schützen. Obwohl der Korrosionsschutz ständig Fortschritte machte, konnten weder die Beschichter noch die Verzinker den absoluten Schutz erbringen. Dies ist auch heute noch der Fall. Zink ist anfällig auf stark saure wie auf erhöhte alkalische Medien, bietet aber mit der Diffusion (intermetallische Verbindung) den optimalen Untergrund für eine nachträgliche Beschichtung. Zink gleicht die Schwäche der Farbe, direkt auf Stahl zu unterrosten, aus. Die Farbe wiederum schützt das Zink vor chemischen Belastungen. Den Herren J.F.K. van Eijnsbergen aus den Niederlanden und K.A. van Oeteren aus Deutschland ist es zu verdanken, dass sich Verzinker und Beschichter nicht mehr befehdeten, sondern gemeinsam nach Lösungen suchten - und auch fanden. Langzeitversuch DuplexsystemMit dem Bau der ersten Beschichtungsanlage konnte die Galvaswiss AG Aarberg hochwertigen Korrosionsschutz aus einer Hand anbieten. |
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| Die Zusammenarbeit von Verzinkerei, Auftraggeber und Lackspezialist führte zu nachhaltigem Korrosionsschutz. Start des Versuches: September 1992 |
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| 2010 wurde beschlossen, auch in den Diagonalen (Spurwechsel) des Simplontunnels das Geleisebett abzusenken und dem Lichtraumprofil der zwei Hauptröhren anzupassen. Im Dezember erfolgte die Demontage der Versuchsanlage. Alle Bauteile wurden nach Möglichkeit im Ist-Zustand zur Auswertung nach Aarberg gebracht. | |||||||||||
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Versuchsobjekt |
Tragwerkausleger, bestehend aus: |
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Versuchsbeginn |
Montage in der Diagonale 3 – 4 02. September 1992 |
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Versuchsende |
Demontage der Anlage 03. Dezember 2010 |
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Versuchsdauer |
18 Jahre und drei Monate |
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Korrosionsschutz |
Duroplex Feuerverzinken nach DIN 50976 (neu EN 1461)
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Messungen |
Die Schichtdickenmessungen erfolgten elektromagnetisch mit Fischer Deltascope MP 3 |
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Prüfungen |
An den montierten Anlageteilen erfolgte nur eine visuelle Prüfung. Zerstörungsprüfungen wurden nur an den mitmontierten Prüfplatten Nr. 4 – 5 – 6 durchgeführt. Es sind dies:
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Zu Beginn des Versuches 1992 erfüllten alle Prüfungen die normativen Anforderungen, z.T. um ein Mehrfaches (siehe Prüf- + Messplätter). Bei den Schichtdickenmessungen ist anzumerken, dass es 1992 noch keine Geräte gab, mit denen man verlässliche Dualmessungen – d.h. Zink und Farbe getrennt – machen konnte. Pro Prüfplatte gibt es demnach 3 Protokolle. (tZn – tZn+Grundierung – tZn + Grundierung + Deckbeschichtung), Leider waren die Geräte auch noch nicht EDV-kompatibel, sodass mit Thermodrucker gearbeitet wurde, was die Wiedergabequalität etwas beeinträchtigt. |
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Einflüsse |
Als erhöhte Einflussfaktoren auf den Korrosionsschutz wurden zu Beginn ermittelt:
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| Starke Belastung durch Schwefel und Feuchtigkeit im Simplontunnel | |||||||||||
| Nach Abschluss der Arbeiten am Lichtraumprofil und des dadurch vergrösserten Querschnittes einerseits und der erhöhten Durchfahrtsgeschwindigkeiten andererseits, kommt es zu intensiverem Luftaustausch, was zur Folge hat, dass die Temperatur auf 28°C sank. Die Luftfeuchtigkeit konnte zum Zeitpunkt der Demontage nicht genau ermittelt werden. Bei den Schwefelablagerungen ergab der subjektive Eindruck, dass diese eher zu als abgenommen haben. Dies speziell in der Südröhre zwischen km 6 und 9. | |||||||||||
Demontage der Anlage – optische Feststellungen - Messungen – AuswertungBei der Demontage im Dezember 2010 wurden alle Anlageteile mit möglichst allen Belastungen in Schutzfolien verpackt und zur Auswertung in die Galvaswiss AG Aarberg gebracht. Eine erste Kontrolle ergab, dass an keinem Teil Korrosionsprodukte ersichtlich waren. Schichttrennungen zwischen Zink und Farbe waren auch keine ersichtlich. Auch nach intensiver Prüfung aller Anlageteile – allerdings ohne Entfernung der vorhandenen Schmutzbelastungen – konnten beim Korrosionsschutz keine Unregelmässigkeiten bezüglich den normativen Anforderungen festgestellt werden. Schichtdickenmessungen – diesmal mit der neuesten DUAL-Generation –verglichen mit den Messwerten von 1992 ergaben keine signifikanten Differenzen. Sie lassen sich alle geometriebedingt und mit der normalen Messunsicherheiten begründen. An der Befestigungskonsole wurde mittels Gitterschnitt die Versprödung und mittels Haftzug die adhäsive Haftung der Applikation gemessen. |
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| Nach Versuchsende wurde der Gitterschnitt speziell überprüft. Es ergab sich auch nach 18 Jahren kein anderer Gt-Wert, was einerseits für die Qualität der Grundierung und andererseits für einen fehlerfreien Applikationsprozess spricht. Die Prüfplatten Nr. 4 und 5 wurden unabsichtlich nur einseitig beschichtet. Bei genauer Prüfung zwischen „vorne und hinten" (Duplex versus tZn) stellt man fest, dass sich die Zinkschicht über die ganze Einwirkzeit von 18 Jahren um 5 µ respektive 7 µ, oder 9 resp. 16.5 % abgebaut hat, die Vorderseite durch die Beschichtung hingegen keine Veränderung erfuhr. Das Ergebnis zeigt eindeutig die positive Symbiose zwischen Zink und Farbe. Zink bietet durch die Diffusion die beste Grundierung - kein Unterrosten, und eine zusätzliche Beschichtung mit einer oder mehreren Applikationen schützt die Zinkschicht vor chemischen Belastungen. Je nach Ausführung ergibt sich ein grosser synergetischer Effekt: Duplex wirkt bis zu 2.6-mal länger als die Summe der einzelnen Korrosionsschutz-Zeiten von Zink und Farbe! |
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ZusammenfassungAufgrund der nach Versuchsende ausgeführten Gitterschnitt- und Haftzugprüfungen an der Befestigungskonsole, sowie den Ergebnissen der Prüfplatten, wird mit diesem Langzeitversuch der Nachweis erbracht, dass auch unter erschwerten Bedingungen mit einem Duplexsystem langjähriger Korrosionsschutz möglich ist. Auch wenn der Abbau nicht linear weiterverläuft, können ohne weiteres Standzeiten von 70 und mehr Jahren erreicht werden. Vorraussetzung dazu sind allerdings ein paar wesentliche Faktoren:
Galvaswiss AG Aarberg |
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